Alpspitze

Ein Skitouren-Klassiker im Werdenfelser Land, der sichere Verhältnisse, Trittsicherheit und gute Kondition erfordert.

Täglich schaut mich die Alpspitze von unserem Balkon aus an und glänzt in der Sonne. Der Lawinenlagebericht für den Donnerstag sah gut aus. Besonders südseitig sollte sich der Schnee ausreichend gesetzt haben und der steile Osthang der Tour sollte passen. Also habe ich mich kurzfristig entschlossen, die Skitour endlich anzugehen und diesem Berg mal aufs Dach zu steigen.

Mit der Alpspitzbahn geht es um kurz vor 9 Uhr hoch (einfache Bergfahrt kostet 17 Euro). Oben angekommen sah der Gipfel schon sehr nah aus und zwei Skitourengeher haben die Skier am Rucksack befestigt und haben gleich den Weg über die Via Ferrata angetreten. Das klingt zwar spannend, aber irgendwie fehlt mir dann etwas für eine richtige Skitour. Also geht es für mich über die Bernadeinabfahrt rund 500 Hm runter bis zum Ende der Piste. Natürlich hab ich gleich den Abzweiger verpasst. Die Person am Lift hat mich als solcher aber gleich erkannt und mich wieder die 50 Höhenmeter nach oben geschickt. Also Felle rauf und Klamotten runter. Schon um 9 Uhr war es ziemlich warm. Das kann ja heiter werden.

Ein Schild zeigt den Weg zur Alpspitze und Stuiben-Hütte und führt zunächst ohne größeren Höhengewinn durch den Wald bis man auf freieres Gelände trifft. Als ich zwei Mädels überhole, werde ich darauf hingewiesen, das eines meiner Felle lose ist. Die feuchten Verhältnisse vertragen sich nicht gut mit dem Kleber. Ob diese Tour heute eine gute Idee war? Egal, weiter geht’s. Umdrehen kann ich immer noch.

Der Aufstieg über das lichte Latschengelände hinauf zur Steilstufe neben dem Bernadeinkopf ist leicht zu finden. Zu meiner Überraschung weisen viele Schilder den Weg und die Spuren der Vortage machen den Rest. Überwältigt von der alpinen Kulisse stapfe ich ohne weiter auf den weiteren Weg zu achten leider an einer Abzweigung zwei Tourengeher hinterher, die anscheinend ins Grieskar wollen . Kurz vorher habe ich auch noch das Fell ganz vom Ski verloren. Ist heute nicht mein Tag? Ok, umdrehen und schnell zurück zur eigentlichen Spur.

Das Fell hält jetzt zum Glück besser und bald stehe ich schon unter dem steilen Osthang der Alpspitze. Ich schlucke kurz. Das sieht ziemlich steil aus und einige Engstellen sind auch drin. Ich belasse mich nicht beirren und quere in weiten Spitzkehren weiter nach links zum Skidepot raus, wo ich auch schon einige Leute sitzen sehe. Auf der Schulter angekommen sehe ich erstmal den Grat in seiner vollen Länge. Er hat tiefe Trittspuren und einige Seilversicherungen versprechen ein gutes Vorankommen. Also Skier an den Rucksack und zu Fuß weiter. Da ich meist eh immer auf die nächsten zwei Schritte und mein tiefes Schnaufen konzentriert bin, beachte ich gar nicht wie weit es links und rechts nach unten geht. Nach gut 20 Minuten habe ich das Gratstück auch schon hinter mir gelassen. Der Gipfel scheint greifbar und die letzten 100 Hm geht es dann wieder im normalen Aufstiegsmodus mit Skier bis zum Gipfel. Oben! Ich werde mit bester Fernsicht belohnt. Es ist windstill und in der Sonne kann man es in der Mittagssonne gut aushalten.

Es wartet jetzt die die Abfahrt. Obwohl ich zwar von anderen Tourengeher mal einen Freudenjuchzer vernommen habe, wird der 40° steile Hang mit dem tief aufgefirnten Schnee etwas tricky, besonders wenn man noch die Lücken durch die Steine treffen muss. Hier muss jeder Schwung sitzen, sonst liegt man schnell 200 Meter weiter unten. Ist dieses Stück mal geschafft, warten noch ein paar schöne Schattenhänge, in denen es noch ordentlich staubt und jetzt lasse ich auch mal einen Juchzer raus. Das untere Latschenfeld ist dann eine richtige Bobbahn. Ich bin froh, dass ich mich heute für die kurzen Skier entschieden habe, denn das ist das Gegenteil von Freeride, wenn jede Kurve vorgegeben ist. Ich komme schweißgebadet wieder am unteren Ende des Bernadeinlift an.

Die 5 Euro extra für die Bergfahrt mit dem Schlepper sind es mir auf jeden Fall wert. Der Rest ging dann durch das von der Sonne aufgeweichte Classic Gebiet, inkl. Kandahar, zurück zur Talstation der Alpspitzbahn. Die Beine brennen, aber ich bin überaus glücklich über diese schöne Frühjahrstour.

 

Hier geht’s zum Touren-Steckbrief:

 

Link-Tipp: Es gibt noch mehr Routen auf die Alpspitze sowie auch verschiedene Abfahrtsvarianten. Der Bergzeit-Tourentipp hat dies sehr schön und übersichtlich zusammengefasst.

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